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Buchempfehlung
(zu alt für eine Antwort)
Albrecht Mehl
2016-11-04 12:54:36 UTC
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Zufällig hörte ich vor einigen Tagen mitten in der Nacht im DLF ein
Interview mit Lisa Kaltenegger, Astronomin, Astrophysikerin, Professorin
an der renommierten Cornell-Universität über die Suche nach Exoplaneten,
d.h. Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Das Gespräch faszinierte
mich, so dass ich dann gleich das Buch

Lisa Kaltenegger, Sind wir allein im All?
Ecowin Verlag 2015, 978-3-7110-0080-4

gekauft habe. Das gab gab nicht nur mir als Physiker etwas, sondern ist
allgemeinverständlich geschrieben. Empfehlenswert!

A. Mehl
--
eBriefe an|mehlBEIfreundePUNKTtu-darmstadtPUNKTde|Spätestens seit der
Fukush.-Katastrophe sollten wir uns alle darüber im Klaren sein, dass
Energie nicht länger endlos zur Verfügung steht, ... Wir werden uns
daran gewöhnen müssen, die anfallenden Kosten zu bedenken, bevor wir ein
elektrisches Gerät in Betrieb nehmen wollen, bzw. bevor wir unser Auto
in Bewegung setzen. Leserbrf. - nicht von mir - FAZ 26.8.2013
Werner Tann
2016-11-04 14:03:30 UTC
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Post by Albrecht Mehl
Lisa Kaltenegger, Sind wir allein im All?
Amazon-Klappentext:

| Experten rechnen damit, dass die Frage nach außerirdischem Leben
| in den nächsten Jahren endgültig beantwortet werden kann.

Aha. Eine Antwort auf die "Frage nach außerirdischem Leben". Was ist
die "Frage nach außerirdischem Leben"? Ob es solches gibt? Was "Leben"
ist? Intelligentes Leben oder reichen Bakterien? Ob Leben auf
Siliziumbasis möglich ist? Oder was?

Ob wir alleine im Universum sind, da wage ich jede Wette, das kann uns
die Wissenschaft "in den nächsten Jahren" nicht mit wissenschaftlicher
Exaktheit beantworten. Zum Beispiel mag es durchaus Tausende
erdähnliche, von humanoiden Organismen bewohnbare Planeten geben.
Daraus folgt logisch natürlich überhaupt nicht, dass sich auf ein paar
davon intelligentes Leben entwickeln *musste*. Also das, bitteschön,
wäre kein Beweis. Selbst wenn noch 1 Millionen terrestrische Planeten
entdeckt werden.
Post by Albrecht Mehl
Lisa Kaltenegger ist eine der ersten Personen, die über die neuesten
Forschungsergebnisse berichten dürfen.
Aha, mir war unbekannt, dass Astrophysik, Astronomie usw.
Geheimwissenschaften sind, die grundsätzlich unter Ausschluss der
Öffentlichkeit stattfinden.
Oliver Jennrich
2016-11-04 21:06:53 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Albrecht Mehl
Lisa Kaltenegger, Sind wir allein im All?
| Experten rechnen damit, dass die Frage nach außerirdischem Leben
| in den nächsten Jahren endgültig beantwortet werden kann.
Aha. Eine Antwort auf die "Frage nach außerirdischem Leben". Was ist
die "Frage nach außerirdischem Leben"? Ob es solches gibt? Was "Leben"
ist? Intelligentes Leben oder reichen Bakterien? Ob Leben auf
Siliziumbasis möglich ist? Oder was?
Ob wir alleine im Universum sind, da wage ich jede Wette, das kann uns
die Wissenschaft "in den nächsten Jahren" nicht mit wissenschaftlicher
Exaktheit beantworten. Zum Beispiel mag es durchaus Tausende
erdähnliche, von humanoiden Organismen bewohnbare Planeten geben.
Daraus folgt logisch natürlich überhaupt nicht, dass sich auf ein paar
davon intelligentes Leben entwickeln *musste*. Also das, bitteschön,
wäre kein Beweis. Selbst wenn noch 1 Millionen terrestrische Planeten
entdeckt werden.
Post by Albrecht Mehl
Lisa Kaltenegger ist eine der ersten Personen, die über die neuesten
Forschungsergebnisse berichten dürfen.
Aha, mir war unbekannt, dass Astrophysik, Astronomie usw.
Geheimwissenschaften sind, die grundsätzlich unter Ausschluss der
Öffentlichkeit stattfinden.
Natürlich nicht. Andererseits ist mir keine Satellitenmission bekannt
(die Suche nach Biomarkern erfordert nahezu zwingend eine Mission im
Orbit), bei der die Daten nicht für einen gewissen Zeitraum nur einem
begrenzten Kreis von Wissenschaftlern zugänglich ist.

Die Aussage ist aber trotzdem ziemlich dick aufgetragen. Bei den
nächsten Satelliten-Missionen die explizit die Suche (oder die
Bestätigung) von Exoplaneten zum Ziel haben (TESS bei der NASA, Cheops
und Plato bei der ESA) bzw. Exoplaneten 'nebenbei' detektieren können
(aktuell Gaia und demnächst JWST) ist Lisa AFAIK im wissenschaftlichen
Kernteam.
--
Space - The final frontier
Werner Tann
2016-11-04 22:31:09 UTC
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Post by Oliver Jennrich
Natürlich nicht. Andererseits ist mir keine Satellitenmission bekannt
(die Suche nach Biomarkern erfordert nahezu zwingend eine Mission im
Orbit),
Wieviele Jahre benötigt denn eine Sonde zum Orbit des nächsten
Exoplaneten, der nächsten 10 Exoplaneten, der nächsten 100
Exoplaneten?

Von wegen "in den nächsten Jahren werden wir wissen" ... bis dahin ist
nicht mal eine Sonde dort angelangt.
Oliver Jennrich
2016-11-04 23:03:07 UTC
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Post by Werner Tann
Post by Oliver Jennrich
Natürlich nicht. Andererseits ist mir keine Satellitenmission bekannt
(die Suche nach Biomarkern erfordert nahezu zwingend eine Mission im
Orbit),
Wieviele Jahre benötigt denn eine Sonde zum Orbit des nächsten
Exoplaneten, der nächsten 10 Exoplaneten, der nächsten 100
Exoplaneten?
Von wegen "in den nächsten Jahren werden wir wissen" ... bis dahin ist
nicht mal eine Sonde dort angelangt.
Das verlangt ja auch keiner - es geht um eine Mission im *Erdorbit*,
weil man da ohne atmosphärische Störungen und Absorptionen arbeiten
kann. Ein typischer Biomarker ist Methan - vor allem bei Exoplaneten im
Orbit um einen Stern wie die Sonne (oder einem, der heißer ist), reicht
die UV Strahlung aus, um Methan sehr schnell aus der Atmosphäre zu
entfernen. Wenn man also spektroskopisch Methan findet, muss es
nachgeliefert werden. Dazu braucht man in jedem Fall Wasser - entweder
zur Hydrolyse von irgendwelchen Mineralien (abiologischer Ursprung des
Methans) oder als Grundlage für 'Leben' - also die biologische
Produktion von Methan. Wenn man genauer hinschauen kann und das
Isotopenverhältnis in der Atmosphäre messen kann, dann ist es auch
möglich, die beiden Fälle zu unterscheiden. Das ist aber im Moment noch
Zukunftsmusik, weswegen man 'in den nächsten Jahren' schon auf ein paar
Jahrzehnte ausdehnen muss.
--
Space - The final frontier
Werner Tann
2016-11-05 09:05:04 UTC
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Post by Oliver Jennrich
Das verlangt ja auch keiner - es geht um eine Mission im *Erdorbit*,
weil man da ohne atmosphärische Störungen und Absorptionen arbeiten
kann.
Okay, es geht also erstens um die Interpretation von Lichtern im All,
wenn ich das so trivial ausdrücken darf. Anders kann die Astrophysik
bei weiter entfernten Objekten ja nicht verfahren. Das ist für mich
bei so entscheidenden Fragen wie nach außerirdischem Leben aber nichts
viel anders als Kaffeesatzlesen.

Und zweitens fallen hier unter außerirdisches Leben wohl bereits
Bakterien und Pflänzchen, während doch bei der Geschichte mit den
Exoplaneten immer insuiniert war, intelligentes Leben "wie wir" - weil
die Planeten "wie unserer" sind.

Analog fällt auf, dass die Wissenschaft seit Jahrzehnten ganz scharf
war, irgendwo da draußen "Wasser" zu entdecken, auf der Venus, dem
Mars, dem Mond. Inzwischen scheint es so zu sein, dass in unserem
Sonnensystem auf allen möglichen Monden Wasser, Wassereis oder gar
ganze unterirdische Seen vermutet werden, so dass mich solche
Meldungen in den News gar nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Man
dichtet sich hier ständig kleine Sensatiönchen zusammen, die aber
leider bei genauem Hinschauen nur den Wissenschaftler faszinieren,
während der Laie (und mancher Wissenschaftler) bekanntlich noch in den
50ern dachte, die Venus sei ein Dschungelplanet, auf dem Dinosaurier
herumstampfen.

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird SETI die nächsten 1000 Jahre
keinerlei Kontakte herstellen, kein "ET" wird auf der Erde landen, und
unsere "Missionen im Erdorbit" werden keinen in die Linse winkenden
Alien aufnehmen.

Und sollte sich mal "nachweisen" lassen, dass auf Exoplanet XYZ 3453
ein kosmisches Veilchen blühen "muss" (wegen der Spektralanalyse und
so), werden wir weder dieses Veilchen jemals besuchen können, noch
wird es uns besuchen kommen. Da fragt man sich schon, ob das
Forschungsgeld nicht besser angelegt werden hätte können.
Oliver Jennrich
2016-11-05 16:10:33 UTC
Permalink
Post by Werner Tann
Post by Oliver Jennrich
Das verlangt ja auch keiner - es geht um eine Mission im *Erdorbit*,
weil man da ohne atmosphärische Störungen und Absorptionen arbeiten
kann.
Okay, es geht also erstens um die Interpretation von Lichtern im All,
wenn ich das so trivial ausdrücken darf. Anders kann die Astrophysik
bei weiter entfernten Objekten ja nicht verfahren. Das ist für mich
bei so entscheidenden Fragen wie nach außerirdischem Leben aber nichts
viel anders als Kaffeesatzlesen.
Das sei dir unbenommen. Dem Leser stellt sich natürlich die Frage, mit
welcher Kompetenz du diese Meinung stützen kannst.
Post by Werner Tann
Und zweitens fallen hier unter außerirdisches Leben wohl bereits
Bakterien und Pflänzchen, während doch bei der Geschichte mit den
Exoplaneten immer insuiniert war, intelligentes Leben "wie wir" - weil
die Planeten "wie unserer" sind.
Tatsächlich? Also ich arbeite mit den Leuten die sich für Exoplaneten
interessieren und da geht es niemals um intelligentes Leben, sondern
erstmal 'nur' um Leben.
Post by Werner Tann
Und sollte sich mal "nachweisen" lassen, dass auf Exoplanet XYZ 3453
ein kosmisches Veilchen blühen "muss" (wegen der Spektralanalyse und
so), werden wir weder dieses Veilchen jemals besuchen können, noch
wird es uns besuchen kommen. Da fragt man sich schon, ob das
Forschungsgeld nicht besser angelegt werden hätte können.
Die Frage stellt sich immer. Und wie du sicher weißt, sind
Forschungsgelder aus genau diesem Grund heiß umkämpft. Einfach mal die
Hand heben und 'ich möchte mal auf dem Merkur nach Wasser suchen'
funktioniert nicht.
--
Space - The final frontier
Werner Tann
2016-11-05 17:27:09 UTC
Permalink
Post by Oliver Jennrich
Post by Werner Tann
Und zweitens fallen hier unter außerirdisches Leben wohl bereits
Bakterien und Pflänzchen, während doch bei der Geschichte mit den
Exoplaneten immer insuiniert war, intelligentes Leben "wie wir" - weil
die Planeten "wie unserer" sind.
Tatsächlich? Also ich arbeite mit den Leuten die sich für Exoplaneten
interessieren und da geht es niemals um intelligentes Leben, sondern
erstmal 'nur' um Leben.
| Einer angepassten Form der Drake-Gleichung zufolge, die das zum
| Stand 2016 bekannte Wissen über Exoplaneten einschließt, wurde
| abgeschätzt: Wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Planet in einer
| habitablen Zone eine "technologische Spezies" hervorbringt, größer
| als etwa 10-24 ist, dann ist die Menschheit wahrscheinlich nicht der
| einzige Fall einer technologischen Spezies im Universum.

https://de.wikipedia.org/wiki/Au%C3%9Ferirdisches_Leben#Existenzwahrscheinlichkeit
Peter J. Holzer
2016-11-05 09:46:25 UTC
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Post by Oliver Jennrich
Ein typischer Biomarker ist Methan - vor allem bei Exoplaneten im
Orbit um einen Stern wie die Sonne (oder einem, der heißer ist),
reicht die UV Strahlung aus, um Methan sehr schnell aus der Atmosphäre
zu entfernen.
Das trifft aber wohl nur auf Planeten zu, die in einem relativ nahen
Orbit sind. Die Gasplaneten unseres Sonnensystems haben einen ca. 10000
mal höheren Methananteil (ca. 10^-2 statt 10^-6) in der Atmosphäre als
die Erde.

Molekularen Sauerstoff sehe ich als eindeutigeres Zeichen an. Zumindest
in unserem Sonnensystem hat nur die Erde einen nennenswerten Anteil an
Sauerstoff in der Atmosphäre.

hp
--
_ | Peter J. Holzer | Fluch der elektronischen Textverarbeitung:
|_|_) | | Man feilt solange an seinen Text um, bis
| | | ***@hjp.at | die Satzbestandteile des Satzes nicht mehr
__/ | http://www.hjp.at/ | zusammenpaßt. -- Ralph Babel
Oliver Jennrich
2016-11-05 16:12:39 UTC
Permalink
Post by Peter J. Holzer
Post by Oliver Jennrich
Ein typischer Biomarker ist Methan - vor allem bei Exoplaneten im
Orbit um einen Stern wie die Sonne (oder einem, der heißer ist),
reicht die UV Strahlung aus, um Methan sehr schnell aus der Atmosphäre
zu entfernen.
Das trifft aber wohl nur auf Planeten zu, die in einem relativ nahen
Orbit sind. Die Gasplaneten unseres Sonnensystems haben einen ca. 10000
mal höheren Methananteil (ca. 10^-2 statt 10^-6) in der Atmosphäre als
die Erde.
Korrekt. Nur sind die außerhalb dessen, was man als 'bewohnbare Zone'
betrachtet (bei der Sonne etwa von der Venus bis zum Mars).
Post by Peter J. Holzer
Molekularen Sauerstoff sehe ich als eindeutigeres Zeichen an.
... für aeroben Stoffwechsel, ja. Für anaeroben eher nicht. Methan
taucht aber AFAIK in beiden SToffwechseln auf. Entweder direkt oder
spätestens beim Abbau von Endprodukten.
--
Space - The final frontier
Olaf Schultz
2016-11-04 18:11:56 UTC
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Post by Albrecht Mehl
Zufällig hörte ich vor einigen Tagen mitten in der Nacht im DLF ein
Interview mit Lisa Kaltenegger, Astronomin, Astrophysikerin, Professorin
an der renommierten Cornell-Universität über die Suche nach Exoplaneten,
d.h. Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Das Gespräch faszinierte
mich, so dass ich dann gleich das Buch
Lisa Kaltenegger, Sind wir allein im All?
Ecowin Verlag 2015, 978-3-7110-0080-4
gekauft habe. Das gab gab nicht nur mir als Physiker etwas, sondern ist
allgemeinverständlich geschrieben. Empfehlenswert!
A. Mehl
Danke,

Olaf
p***@gmail.com
2016-11-14 20:33:47 UTC
Permalink
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